Was geht uns die Umwelt an?

12.02.2018

Klimawandel, Glyphosat und Mikroplastik haben die Medien in den vergangenen Monaten viel beschäftigt. Es gibt noch weitere große Umweltthemen für die Gesellschaft. Über sie spricht Thilo Hofmann, Leiter des Forschungsverbundes Umwelt, im Editorial dieser Newsletter-Ausgabe.

Klimawandel: Die globalen CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger und der Industrie sind – nach drei Jahren der weitgehenden Stagnation – 2017 wieder gestiegen. Die Begrenzung der anthropogen verursachten globalen Erwärmung fordert noch immense Anstrengungen. Glyphosat: Im Vorjahr stimmte die Mehrheit der EU-Staaten nach langer Diskussion einer weiteren Zulassungsverlängerung des umstrittenen Unkrautvernichters zu. Nicht vom Tisch ist die Frage, wie man mittel- bis langfristig mit Glyphosat umgeht und wie man wirtschaftliche Interessen, landwirtschaftliche Produktion, die Gesundheit des Menschen und sinnvolle Alternativen abwägt. Oder Plastikmüll: Millionen Tonnen Kunststoff fallen jährlich weltweit als Abfall an und werden nicht vollständig recycelt. So verschmutzen sie Binnengewässer und Ozeane. Der Wissensstand zu Plastik im Wasserkreislauf ist mangelhaft, auch in Österreich. Um gegen die Plastikverschmutzung vorzugehen und eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffabfälle zu forcieren, legte jüngst die Europäische Kommission eine europäische Plastikstrategie vor.

Klimawandel, Glyphosat und Plastikmüll beschäftigten im vergangenen Jahr regelmäßig die Medien. Weniger präsent, aber genauso wichtig sind Themen wie etwa Stickstoff- und Phosphorkreisläufe, Artenverlust und neu auftauchende Umweltschadstoffe, sogenannte Emerging Pollutants, wie sie uns vom Flammschutzmittel im Möbelstück über fluorierte Chemikalien in der Kleidung bis hin zu Rückständen in Lebensmitteln begleiten. Alle diese Themen zeigen, dass unser Wohlstand eng mit anthropogenen Umweltveränderungen verbunden ist. Sie stellen Fragen nach unserem Konsumverhalten, appellieren an unsere Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen und verlangen, gesellschaftspolitische Entscheidungen zu treffen.

Die Universität Wien bekennt sich zu dieser Verantwortung und hat 2014 den Forschungsverbund Umwelt gegründet. Als landesweit größte Forschungsstätte beherbergt die Universität Wien verschiedenste Disziplinen, von den Naturwissenschaften bis zu den Gesellschafts- und Geisteswissenschaften, die zur Umwelt forschen. Dieser Newsletter, eine Initiative des Forschungsverbundes Umwelt, wird ab sofort vier Mal im Jahr über aktuelle Umweltforschung der Universität Wien berichten – zur Information, als Beitrag für Debatten, zur kritischen Diskussion und als Anregung für wichtige Umweltfragen. Klimawandel, Plastikmüll und der Mensch als treibende Kraft für die Veränderung seines Lebensraumes sind auch Themen unserer ersten Ausgabe.

Wir wünschen ein interessantes Lesevergnügen!

Thilo Hofmann, Leiter Forschungsverbund Umwelt der Universität Wien

(Foto: CC0 Creative Commons, Pixabay.com)