Forschungsplattform PLENTY - Plastik in der Umwelt und Gesellschaft

Plastikflasche am Strand

Mehr als acht Millionen Tonnen Plastik gelangen laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen jährlich in die Ozeane (Foto: Creative Commons CC0, Pixabay)

Projektstart: 1. Mai 2018

Kooperationspartner: Fakultät für Lebenswissenschaften, Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie, Fakultät für Sozialwissenschaften

microplastics.univie.ac.at

Im Rahmen der Forschungsplattform PLENTY - Plastik in der Umwelt und Gesellschaft wird die globale Plastikverschmutzung in einem holistischen Ansatz untersucht. Neben den biotischen und abiotischen Wechselwirkungen an der Oberfläche von Plastik in aquatischen Systemen soll auch untersucht werden, in welcher Weise Information und veränderte Wahrnehmung die Nutzung vom Plastik in der Gesellschaft und damit einhergehende Stoffflüsse potenziell verändern können. Die Forschungsplattform wird von dem Meeresbiologen Gerhard Herndl geleitet, unter Beteiligung des Umweltgeowissenschafters Thilo Hofmann und der Wissenschaftsforscherin Ulrike Felt.

Die neue Forschungsplattform entstand aus dem Forschungsverbund Umwelt heraus: Ihr Aufeinandertreffen im Zuge des Umweltnetzwerks der Universität Wien brachte Gerhard Herndl (Fakultät für Lebenswissenschaften), Thilo Hofmann (Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie) und Ulrike Felt (Fakultät für Sozialwissenschaften) auf die Idee, gemeinsam das Thema Plastik zu untersuchen.

Die Forschungsplattform PLENTY ist vom Rektorat der Universität Wien zunächst für drei Jahre eingerichtet worden. Forschungsplattformen der Universität Wien haben das Ziel, fächerübergreifende, innovative Forschungsvorhaben zu fördern. PLENTY ist eine von vier neuen Plattformen, die 2017 genehmigt wurden.

Wissenschaftlicher Kontakt
Univ.-Prof. Dr. Gerhard J. Herndl
Department für Limnologie und Bio-Ozeanographie
Universität Wien
1090 Wien, Althanstraße 14 (UZA I)
T +43-1-4277-764 31
gerhard.herndl@univie.ac.at 

Zusammenfassung

PLENTY (Start: Mai 2018)

Plastik ist eines der am häufigsten verwendeten Materialen in modernen Gesellschaften, mit einer steigenden jährlichen Produktion von derzeit 322 Millionen Tonnen. Die Vielseitigkeit und Langlebigkeit von Plastik begründet die Erfolgsstory dieses Materials, jedoch auch die zunehmende Besorgnis über eine wachsende Umweltverschmutzung. Während marine Systeme intensiv untersucht werden, sind Flüsse, Seen und Ästuare noch wenig erforscht. Analysiert man die bisher publizierten Forschungsarbeiten fällt auf, dass diese fast ausschließlich disziplinär ansetzten. Übergreifende, interdisziplinäre Studien fehlen fast vollständig. An dieser Forschungslücke setzt die Forschungsplattform Plastik in der Umwelt und Gesellschaft an: Wir wollen die Universität Wien zu einer der führenden Institutionen entwickeln, die durch ihre Fächervielfalt die globale Plastikverschmutzung in einem holistischen Ansatz untersucht kann. In einem ersten Schritt werden die Interaktionen zwischen Gesellschaft, abiotischen und biotischen Wechselwirkungen erforscht. Auf Basis von Interviews und Karten-basierten Diskussionsforen werden die Wahrnehmung von und der Umgang mit Plastikprodukten in der Gesellschaft untersucht. Welche Rolle wird Plastik in der Gesellschaft zugeschrieben? Welche Kenntnisse sind vorhanden? Und welche Zusammenhänge von Kenntnissen und Einschätzungen lassen sich ausmachen? Letztlich soll die Frage beantwortet werden, in welcher Weise Information und veränderte Wahrnehmung die Nutzung und somit Stoffflüsse potenziell verändern könnte. Der Kenntnisstand, insbesondere in Bezug auf die vielfältigen Wechselwirkungen, ist derzeit jedoch unzureichend erforscht. Plastik stellt ein Kontinuum von Marko- über Mikro- bis Nanoplastik dar, welches auf unterschiedliche Weise mit Organismen einschließlich Mikroben interagieren kann. Einzelne Fraktionen können unterschiedliche Effekte hervorrufen, die holistisch am Beispiel von plastik-assoziierten Biofilmen und freigesetzten Schadstoffen, insbesondere Additiven, untersucht werden sollen. Und was bedeutet es für die gesellschaftliche Wahrnehmung bzw. Akzeptanz von bestimmten Plastikprodukten, wenn dieses Wissen in die Diskussionen eingebracht wird? Dies sind Fragen, welche die Forschungsplattform in den ersten drei Jahren stellt.